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Arabische Republik Ägypten(nur Sinai-Halbinsel zu Asien)

Ägypten (arabisch ???? Misr, offiziell die Arabische Republik Ägypten), ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Die zu Ägypten gehörende Sinai-Halbinsel wird im allgemeinen zu Asien gezählt. Das Land grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Osten an das Rote Meer, den Gaza-Streifen und Israel, im Westen an Libyen und im Süden an Sudan. Dort ist die Grenze im sogenannten Hala'ib-Dreieck umstritten. Ägypten wird zu den Maschrek-Staaten gerechnet und ist knapp dreimal so groß wie Deutschland.
Klima: Ägypten liegt innerhalb des nordafrikanischen Trockengürtels mit sehr wenig Niederschlägen, sowie beträchtlichen saisonalen und täglichen Temperaturschwankungen. Nur der nördliche Küstenstreifen und das Nildelta sind mit Winterniederschlägen zwischen 100 und 200 mm mediterran beeinflusst; südlich von Kairo dagegen regnet es äußerst selten. Die mittleren täglichen Temperaturmaxima liegen im Januar zwischen 20 °C (Port Said, Kairo) und 24 °C (Assuan), wobei es nachts sehr stark abkühlen kann. Im Juli erreichen die Tagestemperaturen 31 °C (Port Said), 35 °C (Kairo) und 41 °C (Assuan), doch ist die große Hitze wegen der geringen relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 30 % (im Sommer) gut zu ertragen. Von März bis Juni weht der heiße Chamsin, ein aus Süden kommender Sand- und Staubwind. An der Küste des Roten Meeres ist das Klima etwas gemäßigter mit weniger heißen Sommern (um 35 °C) und milden Wintern (auch nachts nur selten unter 10 °C).
Landesfläche: 1.001.449 km²
Lage: Die Lebensader Ägyptens ist der Nil, dessen Quellfluss Kagera im Gebirgsland von Burundi entspringt und auf etwa 1.550 km Länge Ägypten von Süden nach Norden durchfließt, bevor er durch das 24.000 km² große Nildelta in das Mittelmeer mündet. Abgesehen von einigen Oasen und kleinen Häfen an den Küsten bieten allein sein Wasser und seine fruchtbaren Uferregionen die Grundlage für Anbau und Besiedlung. Diese Fläche macht etwa fünf Prozent des Territoriums aus. Das Staatsgebiet lässt sich in sieben naturräumliche Einheiten untergliedern: Im äußersten Süden liegt der zu Nubien und Oberägypten zählende Abschnitt des Niltals zwischen Abu Simbel und Assuan, der heute vom Nassersee eingenommen wird. Im weiteren Verlauf hat sich der Nil kastenförmig in die Kalksteintafel der Wüste eingeschnitten. Vom Austritt des Flusses aus dem Nassersee bis nach Kairo bildet das Niltal eine bis zu 25 km breite, fruchtbare Fluss-Oase.
Hauptstadt: Kairo ist die Hauptstadt Ägyptens und die größte Stadt der arabischen Welt. Von Ägyptern wird die Stadt oftmals auch einfach mit dem Landesnamen –hocharabisch Misr, ägyptisch-arabisch Masr – bezeichnet. Kairo hat 7,9 Millionen Einwohner im administrativen Stadtgebiet (2008) und ist mit 16,1 Millionen Einwohnern in der Agglomeration (2008)neben Lagos in Nigeria die größte Metropolregion in Afrika. In Ägypten existiert allerdings keine Meldepflicht, weswegen die angegebenen Einwohnerzahlen Hochrechnungen auf Basis der Volkszählungsergebnisse darstellen. Inoffizielle Schätzungen geben bis zu 25 Millionen Einwohner für den Großraum an, was nahezu ein Drittel der Gesamtbevölkerung Ägyptens bedeuten würde.
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner pro km²
Religion: Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der Islam ist Staatsreligion. Theoretisch gewährt zwar Artikel 18 der ägyptischen Verfassung allen Bürgern Religionsfreiheit, die in der Praxis aber drastisch eingeschränkt wird. So muss auf staatlichen Ausweisen die Religionszugehörigkeit angeführt werden, dabei darf jedoch nur zwischen den drei offiziell anerkannten Religionen Islam, Christentum und Judentum gewählt werden. Angehörige anderer Religionen müssen ihren Glauben entweder verleugnen oder sie erhalten keine Ausweise und verzichten dadurch weitgehend auf ihre Bürgerrechte. Das gleiche trifft auf Moslems zu, die zum Christentum konvertieren, für solche Personen wird selbst von hochrangigen Politikern sogar die Todesstrafe gefordert.[2] Das mag erklären, warum Ägypten 1966 maßgeblich daran beteiligt war, die in der Menschenrechtsdeklaration von 1948 enthaltene Formulierung „the freedom to change his religion or belief“ abzuschwächen, so dass es nun in Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte heißt: „the freedom to have or adopt a religion or belief. Besonders in Oberägypten sind die als christliche Minderheit oft benachteiligten Kopten Ziel von Terror und Schutzgelderpressungen radikaler Muslime geworden, häufig mit Wissen und Billigung der lokalen Behörden. Neue koptische Kirchen dürfen nicht gebaut werden, auch kleinere Reparaturen bedürfen eines Präsidialerlasses. Nachdem es bereits im Oktober 2005 in Alexandria vor einer Kirche zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten gekommen war, bei denen drei Menschen den Tod fanden, wurde bei einem offenbar koordinierten Angriff islamischer Extremisten auf koptische Gottesdienste am 14. April 2006 ein Mann christlichen Glaubens getötet, 16 weitere wurden verletzt. Während des Trauerzuges für den Toten am folgenden Tag gingen Hunderte von Muslimen und Christen mit Schlagstöcken aufeinander los; 43 Menschen wurden verletzt und über 100 festgenommen.
Regierungs- und Staatsform: Gemäß der Verfassung von 1971, zuletzt geändert 2005, ist Ägypten eine Präsidialrepublik. Staatsoberhaupt ist der vom Parlament mit Zweidrittelmehrheit nominierte und anschließend für sechs Jahre durch Volkswahl bestätigte Präsident, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Dies ist seit 1981 Muhammad Husni Mubarak, der zuletzt 2005 wiedergewählt wurde. Nach einer Ankündigung Mubaraks vom 26. Februar 2005 soll der Präsident jedoch in Zukunft durch freie Wahlen mit mehreren zugelassenen Kandidaten gewählt werden. Der Präsident ernennt den Ministerpräsidenten und die Mitglieder des Kabinetts sowie die Gouverneure, die hohen Richter und Offiziere. Er hat zudem ein Vetorecht bei der Gesetzgebung, kann Dekrete erlassen und das Parlament auflösen. Kritiker merken an, dass Mubarak seit dem Tod seines Vorgängers per Notstandsgesetz regiert. Er herrsche über ein pseudodemokratisches System. Sie sagen, dass Wahlen teilweise gefälscht oder verschoben worden seien und manche Oppositionelle nach Scheinprozessen ins Gefängnis kämen. In Ägypten existiere nur soviel öffentliche Opposition wie Mubarak zulasse. Das Parlament besteht aus dem Rat des Volkes mit 454 Mitgliedern, von denen 444 alle fünf Jahre gewählt (seit 1986 400 Abgeordnete über Parteilisten und 44 als parteilose Direktkandidaten) und zehn vom Staatsoberhaupt ernannt werden. Beratendes Legislativorgan ist die Schura mit 210 Mitgliedern, von den zwei Drittel alle drei Jahre gewählt und ein Drittel vom Staatsoberhaupt ernannt werden. Aus den Wahlen zum Rat des Volkes zwischen dem 9. November und 7. Dezember 2005 gewann die regierende Nationaldemokratische Partei (NDP) mit 311 Sitzen (2000: 388). Es folgten die Muslim-Bruderschaft mit 88 Sitzen (17) und die liberale Wafd-Partei mit 6 (7) Sitzen. 27 Sitze (30) belegten Unabhängige und Angehörige kleinerer Parteien. 12 Sitze (2) sind vakant. Die Teilwahlen zur Schura im Mai/Juni 2004 brachten ebenfalls eine Mehrheit für die NDP. Für alle Ägypter im Alter ab 18 Jahren besteht eine Wahlpflicht. Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Scharia. Das Gerichtsystem weist auf unterer Ebene sogenannte Zentral- und Distriktgerichte auf; im weiteren gibt es sechs Appellationsgerichtshöfe. Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in Kairo. Ein Verfassungsgericht überwacht die konstitutionelle Ordnung. Ägypten ist Mitglied der Vereinten Nationen (UN), der Welthandelsorganisation (WTO), der Afrikanischen Union (AU) und der Arabischen Liga.
Staatsoberhaupt: Staatspräsident - Muhammad Husni Mubarak
Regierungschef: Premierminister Ahmad Nazif
Unabhängigkeit: 28. Februar 1922 (Vereinigtes Königreich)
Währung: 1 Ägyptisches Pfund = 100 Piaster
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